Körperscanner
30. September 2010 um 06:29 Uhr von +Peter Siegmund
Ich hatte seit langem mal wieder einen Auftrag beim Kunden, wo ich mit dem Flugzeug reisen durfte. In Hamburg Fuhlsbüttel werden, meines Wissens nach als einzigem Flughafen in Deutschland, die Körperscanner oder liebevoll von der Presse auch Nacktscanner genannt, getestet.
Man möchte schließlich die Technik live erleben und sich selber ein Bild machen, was man genau sieht. Daher stellte ich mich in eine Körperscannerreihe an, die in Hamburg Reihe 3 und 7 sind.
Zuerst merkte ich, dass aus zwei Warteschlangen im Reißverschlussverfahren eine Reihe wurde. Dadurch erhöhte sich zum einen die Wartezeit. Eine zweite Verzögerung entstand in den vereinzelten Doppelprüfungen.
Ich war also irgendwann dran und musste echt alles ablegen: Gürtel, Uhr und sogar Taschentücher sollte ich aus den Taschen entfernen. Das ist schon ein Rückschritt fand ich, aber mir wurde vom Personal erklärt, dass die Anlage schließlich noch im Probelauf sei und sehr sensibel eingestellt ist. Ich hatte zwar gehofft, dass ich selbst die Jacke anbehalten könne, aber das war letztlich nicht der Fall.
Der grosse Moment kam und ich musste in die Kabine. Der Eingang ist recht eng, aber ich passte durch. Dann sollte ich mich auf die Markierung stellen, die Arme heben und mich 3 Sekunden nicht bewegen. Die Messarme oder wie sie heissen, drehen sich nicht komplett um einen herum, also ist für Personen mit Klaustrophobie zu keiner Zeit der Ein- bzw. Ausgang versperrt.
Als ich aus der Kabine trat, sah ich mein “Bild”. Es war eine schematische Darstellung von mir und als Markierungen waren meine Arme bedeckt. Im Vorweg wurde mir das Entfernen der Taschentücher damit erklärt, dass das System auf Falten “achten” würde. Das erklärte auch meine Anzeige. Im Gegensatz zum gewohnten Bild hatte ich ein langärmliges Hemd an. Somit wurde ich zusätzlich klassisch mit dem Handgerät überprüft.
Mein Fazit zum Körperscanner lässt sich einfach zusammenfassen. Die Technik steckt noch stark in den Kinderschuhen und bringt für den Fluggast derzeit noch viel Zeitverlust. Die Fehlerquote scheint hoch, da viele Leute mehrfach gescannt bzw. manuell überprüft wurden. Ich denke aber, dass dieser Punkt sicher beseitigt werden könnte.
Ob es dadurch aber mehr Sicherheit geben wird, wage ich persönlich zu bezweifeln.
PS: Als ich den Namen des Flugzeuges sah, wusste ich, dass der Flug super wird. Das Wetter in Hamburg war einfach traumhaft und in Stuttgart war leichter Morgennebel.


4. Oktober 4 2010 um 11:06 Uhr
Jetzt versteh ich den Sinn des Nacktscanners. Ich hab mich schon gefragt, wie der funktioniert… man muss einfach so viel ausziehen, dass man nachher Nackt im Scanner steht und dann sehen die, ob man was versteckt hat.
*Falten*
Heißt das alte Leute müssen zum Nachscann, wenn sie viele Falten haben, oder Dicke zum richtig nackich machen, weil sie ‘ne Bauchfalte haben ?
Ich glaube auch nicht, dass die Dinger wirklich mehr Sicherheit bringen… Wer was ausrichten will, der schafft das. Aber wir können es nicht ändern.
4. Oktober 4 2010 um 18:54 Uhr
Maltes Antwort ist nichts hinzuzufügen!
OPA
20. Dezember 20 2010 um 13:27 Uhr
Eine kostenintensive Technik die auf Ticketpreise aufschlagen wird, mit der vielleicht nicht Erhöhung der Sicherheit zahlt man meines Erachtens einen ziemlich hohen preis. Man kann eben mit der Angst der Menschen spekulieren und Geld machen.
21. März 21 2011 um 21:23 Uhr
genau meine Erfahrung. Steckt noch in den Kinderschuhen und ich bezweifle, ob es die Sicherheit erhöhen wird.
Aber das wird man sehen!