gravatar Hamburg – Anklam in fast 7h

30. November 2008 um 11:30 Uhr von

Endlich hatte ich Urlaub gehabt und da ich den nicht in Hamburg verbringen wollte, hab ich mich in Anklam für den ersten Teil und in Neubrandenburg für den zweiten Teil angemeldet. Da ich mir  dann aber für die 8 Tage kein Leihwagen mieten wollte, blieb mir nur die Variante Deutsche Bahn.

Da am Dienstag noch zum Stammtisch war und erst nach 1 Uhr daheim war, schaute ich noch spontan nach, wann ich aufstehen muss, damit ich auch nicht allzuspät in Anklam ankomme. Mein Zug sollte um 10:28 Uhr auf dem Hauptbahnhof starten, also versuchte ich zu 10 Uhr dort zu sein.

Schon auf dem Bahnhof angekommen, sah ich witzigerweise den Hinweis “Bitte beachten Sie die Anzeigetafeln, da leider die Lautsprecheranlage defekt ist” (oder so ähnlich). Da ich noch genügend Zeit hatte, ging ich erstmal was Essen (ja, zu BurgerKing).

Als dann meine Abfahrtszeit gekommen war, begab ich mich zum Gleis. Dort Stand am Schild zwar Rostock dran, aber am Zug auf dem Gleis wurde “Schwerin” ausgewiesen, also fragte ich nach, ob denn dieser Zug der Richtige wäre. Die Zugabfertigung teilte mir freundlicherweise mit, dass es zwischen Schwerin und Rostock einen SEV geben würde, aber genaueres sollte ich dann in Schwerin erfragen. Das fängt ja schon gut an, dachte ich mir.

Also ab in den Zug und MP3-Player ins Ohr, schließlich ist die Fahrt lang.  Der Zug rollte los und die freundliche Zugbegleiterin erzählte nochmal vom SEV und das sie bei Frage jederzeit zur Verfügung stehen würde. Dummerweise war das das einzige Mal, wo ich sie hörte, denn die gesamte Strecke bis Schwerin kam sie nie bei mir vorbei. Die Strecke dauert aber mind. 1h.

Ich hatte in meinem Großraumbereich eine Mutter mit Tochter, einen Rentner und zwei Jugendliche. Das wirklich erstaunliche daran war aber, dass die Mutter und die zwei Jugendlichen unabhängig voneinander nach Neubrandenburg mussten. Die Mutter kam von Bremen und wollte – ich glaube Großeltern – besuchen. Der 19-jährige macht jetzt in Hamburg seine Ausbildung und die 22-jährige wohnt in Neubrandenburg. Sie war nur zu Besuch in Hamburg. Ihrer Meinung nach ist Hamburg nichts für sie, alleine schon die Bettler in der Mönkebergstraße waren ihr zuviel. Man muss dazu wissen, dass sie gerade erst bei Mami ausgezogen ist. Ich wette sie hat noch nie Neubrandenburg, also als Wohnort, verlassen, aber egal. Das soll jetzt nicht Thema der Geschichte sein.

Irgendwann kamen wir dann auch bei sonnigem Wetter in Schwerin an und die Zugbegleitung gab bekannt, das der Bus auf dem Vorplatz um 12 Uhr abfahren würde. Somit hatten wir ca. 20 Minuten Zeit uns zu sammeln und gemeinsam auf den Bus zu warten. Es war aber von Anfang an zu sehen, dass ein Bus nicht ausreichen würde und ich bin nicht der Typ, der jetzt unbedingt in der ersten Reihe an der Straße stehen muss. Wäre mir viel zu viel Gedrängel gewesen.

Und es kam, wie es kommen musste. Es kam nämlich nur ein Bus. Also drängelten alle Rentner und älteren Herrschaften sich in den Bus. Dummerweise meinte der Busfahrer dass die Stehgäste alle aussteigen müssen, da er eine Überland- und Autobahnfahrt vor sich hat. Diese stiegen dann grummelnt aus und logischerweise hatte die Bahn sich um keinen zweiten Bus bemüht, also telefonierte der Busfahrer und meinte dann

In ca. einer Stunde kommt ein weiterer Bus. Er ist jetzt gerade in Rostock losgefahren.

Sehr glücklich stimmte uns das natürlich nicht, denn so könnten wir auf Garantie nicht unseren geplanten Anschluss in Rostock erreichen. Der Busfahrer versuchte noch einen anderen Weg und hatte dann die Zeit auf 20 Minuten reduzieren können, was aber auch unbefriedigend war.

Als dann der Bus weg war, waren wir noch etwa 20 Leute, die warteten. Neben mir ein Rentner, der schon mehrfach seinen Termin in Rostock verschoben hatte und heute mal entspannt und preiswert reisen wollte. Außerdem waren noch zwei Mädels (tippe sie etwa mein Alter) neben mir. Wir stellten fest, dass wir alle die gleiche Richtung hatten (Rügen, Wolgast und Anklam). Also blieben wir zusammenstehen und unterhielten uns ein wenig.

Gegen etwa 12:45 Uhr kam dann der versprochene Bus und wir hatten massig Platz, da wir nicht viele Reisende waren. Der Fahren packte auch unsere Koffer in den Frachtraum, was der erste Busfahrer nicht gemacht hatte, wodurch die Andere garantiert weniger Platz hatten. Im Bus stellte ich mich dann erstmal vor und das Mädel nach Wolgast stellte sich ebenfalls vor. Wir saßen die Fahrt nach Rostock nebeneinander und hatten unseren Spaß. 

Etwas über eine Stunde später waren wir dann endlich in Rostock und unserer Zug sollte in ca. 1h fahren. Wir holten uns dann erstmal was zu trinken und begaben uns auf den Bahnsteig, nachdem wir die Anzeigetafel sichteten, auf der unser Gleis und auch, was ich extrem witzig fand, ein Bus von Rostock nach Hamburg dran stand. Dieser wurde auch offiziell angesagt.

Im Endeffekt war ich doch erst in Anklam, als es schon dunkel war und dort erfuhr ich dann, dass dieser SEV schon über 24h existieren muss, denn morgens stand schon etwas in der Zeitung dazu. Dann finde ich es extrem peinlich für die Bahn, dass sie nur einen Bus organisierten. Und genauso unschön finde ich die Tatsache, dass es nicht im Internet stand, denn ich hatte ja wirklich kurz vor der Abfahrt nachgeschaut. Normalerweise wäre die Zeit mit 4,5h gewesen, aber so hatte ich dann den schönen Tag im Zug (bzw. unterwegs) verbracht.

Die Rückfahrt war dann von Neubrandenburg über Lübeck nach Hamburg, obwohl ich sicher auch in Bad Kleinen hätte umsteigen können, aber das wird dann für meine nächste Reise angedacht.

Schlagworte: , , ,

Ein Kommentar zu “Hamburg – Anklam in fast 7h”

  1. 1. Doreen sagte:

    So ist die Bahn wie sie leibt und lebt :-) Ich spreche aus schmerzlicher Pendlererfahrung.

Hinterlasse einen Kommentar...

*


kostenloser Counter